5 Schritte um Ärger in eine positive Veränderung zu transformieren!

Ob du dich am Arbeitsplatz wohl fühlst und gute Leistungen bringen kannst, hängt entscheidend mit der oftmals unterschätzten Unternehmenskultur, bzw. der vorherrschenden Konfliktkultur zusammen. Darfst du bzw. kannst du offen und ehrlich darüber sprechen, wenn du mit Regelungen und Prozessen unzufrieden bist? Wie gehen deine Kollegen und dein Chef mit Konflikten um? Wie verhältst du dich, wenn du über etwas verärgert bist? Der wesentlichste Faktor bist du selbst! Mit deiner Kommunikation kannst du positive Veränderungen in der Teamarbeit hervorrufen. Wie, das zeige ich dir jetzt:

1. Ärgern erlaubt!

Auch am Schreibtisch sitzend sind wir Menschen mit Gefühlen, die wir nicht unterdrücken sollten. Hat etwas nicht so geklappt wie geplant? Ein Kollege hat seine Deadline nicht eingehalten? Ja, ärgere dich einmal so richtig. Du musst ja nicht gleich wild mit Akten um dich werfen, aber das Gefühl muss raus! Die richtige Fehlerkultur ist in Unternehmen enorm wertvoll und kann bahnbrechende Lernprozesse in Bewegung setzen. Mein Tipp: hol dir ein Glas Wasser, einen Kaffee oder bringe Unterlagen persönlich zu einer Kollegin. Bewegung aktiviert und hilft beim Spannungsabbau.

2. Verstehe deine Bedürfnisse

Und dann überlege was dein Ärger eigentlich bedeutet: Eines deiner Bedürfnisse wurde nicht erfüllt. Das kann sein „Verbindlichkeit“ (eine Deadline wurde nicht eingehalten), „Ehrlichkeit“ (ein Kollege hat hinter deinem Rücken über dich negativ gesprochen) oder „Erholung“ (du hast wieder nicht den Wunsch-Urlaubstermin genehmigt bekommen).

3. Sieh den Konflikt als Chance

Du könntest jetzt voll und ganz in Selbstmitleid aufgehen, dich weiter ärgern oder alles herunterschlucken, tun als wäre nichts gewesen und weitermachen. Je nach persönlichem Kommunikationsmuster wirst du auf die Situation reagieren. Der „Angreifer“ schwört Rache oder äußert lauthals seinen Unmut. Der „Realist“ wird in langes Grübeln und Nachdenken verfallen. Der „Vermeider“ redet sich ein, dass im Grunde nicht wirklich etwas vorgefallen ist. Als „Ablenker“ wirst du tausend andere Baustellen finden und dich nicht einmal mit dem Thema auseinandersetzen wollen.

Als Alternative rate ich dir diesen Konflikt als Chance für eine positive Veränderung zu verstehen. Du hast jetzt die Möglichkeit dein Zusammenarbeiten zu gestalten. Was wäre der optimale Zustand für dich?

4. Äußere eine konkrete Bitte

Es reicht nicht, wenn du weißt wie es anders laufen könnte. Möchtest du das Projektdokument das nächste Mal rechtzeitig erhalten, dann formuliere ganz konkret was das für dich bedeutet. Wann muss wer, was, wie bei dir abgeben, damit du optimal weiterarbeiten kannst? Überlege dir dabei alle Faktoren konkret. Ein Paradebeispiel ist das Wort „rechtzeitig“. Jeder hat seine eigene Interpretation, was für den einen passt, kann für den anderen viel zu spät sein. Schreib die Punkte ruhig nieder. Merkst du, dass plötzlich mehr Klarheit entsteht? Äußere deine Bitte indem du folgende Punkte beachtest:

Deine Bitte ist erfüllbar im Hier und Jetzt, nennt eine konkrete Handlung und zielt auf die Freiwilligkeit des Gegenübers ab. Eine Forderung ist keine Bitte und wird meist mit Widerwilligkeit oder Ablehnung beantwortet. Deine Bitte ist wertschätzend formuliert, auch wenn du immer noch wegen der letzten Aktion deines Gegenübers verstimmt bist. Solltest du immer noch Ärger in dir spüren, dann rate ich dir zurück an den Start zu gehen und noch einmal dein Inneres zu erforschen. Gibt es ein weiteres Bedürfnis, das nicht erfüllt ist und wo Handlungsbedarf besteht?

5. Blick auf die Lösung, nicht das Problem

Indem du deinen Ärger analysiert, deine Bedürfnisse entdeckt und konkrete Bitten formuliert hast, wirst du automatisch nach vorne und nicht zurücksehen. Der Blick nach vorne zur Lösung hilft dir produktiver weiter zu machen. Die Vergangenheit ist nur solange wichtig um die Gegenwart zu verstehen, dann aber richte deinen Fokus auf die Zukunft. Was stört dich an der Zusammenarbeit? Wie sollte es anders sein? Es wird nicht möglich sein die Anderen zu ändern, nur du selbst kannst einen ersten Schritt machen. Indem du dich anders verhältst (zum Beispiel indem du konkretere Aussagen machst, mehr Verbindlichkeit bei Zusagen einforderst oder ähnliches), wirst du eine positive Veränderung in deiner Teamarbeit erleben. Ich wünsche dir das Beste für deine Transformation!

Autor: DI (FH) Stefanie Jirgal, eingetragene Mediatorin | loesungsorientiert.at