Evolution im Management: Das sind die drei Durchbrüche, die unser Management verändern

Sucht man in Österreichs Firmenwelt nach neuen Führungssystemen oder agilen Strukturen, ist dies meist vergeblich. An unserer „Insel der Seligen“ scheint die moderne Unternehmenswelt vorbei zu ziehen. Sich jedoch auf „Altbewährtem“ auszuruhen kann in den nächsten Jahren zu fatalen Konsequenzen führen. Vor allem im internationalen Vergleich.

Warum Linienorganisationen und Co Auslaufmodelle sind

„Um gute Zahlen zu schreiben und effizient zu funktionieren brauchen Unternehmen eine stabile innere Ordnung.“ So oder ähnlich werden heute nach wie vor Grundlagen des Management gelehrt. Die Realität sieht jedoch anders aus. Dem Ruf nach mehr Effizienz und Leistungsfähigkeit können derart starre und bürokratische Systeme heutzutage nicht mehr gerecht werden. Es mangelt an Lebendigkeit, Flexibilität und dem Blick fürs Ganze. Die stabile „Ordnung“ wandelt sich vom Nützlichen zum Hindernis. Es ist Zeit sich auf die veränderten Anforderungen der Wirtschaft und der heutigen Zeit einzustellen. Nur können wir weiterhin erfolgreich sein.

Evolution – kein Monopol für Lebewesen

Die Evolutionstheorie ist uns bekannt. Logisch, dass dieselben Prinzipien auch für Organisationsformen zutreffen, bestehen diese doch aus – ja genau – Menschen. Organisationen als lebendige Organsimen anzusehen ist nicht neu. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts befasste sich Emile Durkheim mit dieser Anschauung. Dass wir jetzt damit konfrontiert sind mechanisch technische Strukturen gegen dynamisch organische zu tauschen und damit einen weiteren Schritt in der Evolution zu gehen ist daher wenig verwunderlich.

Die neue Metapher – „Organisationen als lebendige Systeme“ – bringt Unternehmen weg von seelenlosen Maschinen hin zu dynamischen Lebewesen. Dies führt zwangsläufig zu starken Veränderungen und Lernprozessen in der Tiefenstruktur von Betrieben. Ein Wandel im Verständnis und Denkmodell. Was bedeutet dies nun de facto?

Die 3 Durchbrüche, die unser Management verändern

Drei Grundsätze beschreiben eine grundlegende Veränderung.  Ich möchte hier versuchen diese drei Prinzipien für dich greifbar zu machen.

  1. Selbstführung

Einfach gesagt: Es gibt keine Vorgesetzten! Unglaublich, aber in vielen Unternehmen weltweit ist dieser Ansatz eine sehr erfolgreiche Strategie. Was bedeutet das im Detail? Jeder macht, was er oder sie will? Weit daneben! Struktur und Koordinationsmechanismen existieren. Das Fehlen von Vorgesetzten macht die zielgerichtete Arbeit jedoch wirkungsvoller. Aber warum?

Ein wichtiger Aspekt ist hier die Komplexität. Bei hoher Komplexität haben die wenigen Menschen an der Spitze, egal wie kompetent diese auch sein mögen, nicht mehr ausreichend Kapazität alles zu erfassen und damit umzugehen. Lasst mich einen bildhaften Dialog als Beispiel einbringen. Ein Mitarbeiter hat ein Meeting mit seinem Chef. Mitarbeiter zu Chef: „Weil Sie nur drei Minuten Zeit haben ihre Entscheidung zu treffen, werde ich nur einige Punkte erwähnen.“ Derartige Gespräche sind häufig. Der Kommentar dazu: „… und dann tun wir so, als ob Sie die Folgen Ihrer Entscheidung ermessen können.“

  1. Ganzheit

Angst ade! Mitarbeiter, die keine Angst haben sich selbst einzubringen sind effizienter, kreativer und erfolgreicher. Einfach ausgedrückt: das Ego weicht der Berufung aus seinem tiefsten Inneren zu agieren. Zu sich und seiner Wahrheit zu stehen! Keine einfache, aber offenbar sehr sinnstiftende Aufgabe. Aussagen von Menschen, die in evolutionären Organisationen arbeiten, sind: „Hier kann ich wirklich ich selbst sein. Mein Potential wird gesehen und ich habe Freude daran mich mit all meinen Kräften einzubringen.“ Spielraum fördert zudem auch die Mitarbeiterbindung — klingt paradox — dieser Faktor wird jedoch oft drastisch unterschätzt. Hört sich doch anders an als die langläufige Einstellung zur Arbeit: „Könnte nicht schon Freitag sein. Schon wieder ein neuer Auftrag ….“

  1. Evolutionärer Sinn

„Hat ihre Organisation einen übergeordneten Sinn? Vorsicht! Die Folgen könnten radikal sein.“ Wieder ein Satz, der viele Fragen aufwirft, weil wir dazu gedrillt worden sind, anders zu denken. Planen und Kontrollieren haben in neuen Organisationen ausgedient. Der betriebliche Sinn ist übergeordnet und die Erreichung desselben folgt der Dynamik und Vielfältigkeit der Menschen. Beispiel: „Unser Ziel ist es, dass die Patienten ein erfülltes und unabhängiges Leben führen“. Klingt für unser standardgeprägtes Hirn völlig absurd. Logisch betrachtet jedoch macht es Sinn.

Quelle Abb. 1: http://agilitrix.com/2015/02/culture-change-reinventing-organizations/

 

Zukunftsmusik und neue Möglichkeiten für Dich

Neue Organisationsstrukturen sind ohne Zweifel notwendig und international am Vormarsch. So vielfältig wie wir Menschen, sind auch die Möglichkeiten neuer Systeme. Die Betrachtung des Grundansatzes der Selbstführung lässt erahnen, dass viel Umdenken passieren muss. Wir sind gefordert, an unseren Prägungen und Glaubenssätzen zu rütteln. Die steigende Komplexität in unserem Leben ist unumstritten und so wird es für die nächsten Jahre und Jahrzehnte einen spannenden Veränderungsprozess geben. Wir haben die Wahl in welcher Form wir daran teilnehmen. Es wurde eine Zeit eingeläutet, in der wir unsere Eigenverantwortung wieder leben dürfen!

Lesetipp: http://www.reinventingorganizations.com/

Mag. Natascha Koschutnig
Coach und Trainerin
natascha@nullnamaho.at
www.namaho.at

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