Compliance-Software für DSGVO und KI-Verordnung ist 2026 nicht eine Kategorie, sondern zwei: Datenschutz-Plattformen, die ein KI-Modul ergänzt haben (DataGuard, OneTrust, Usercentrics, Keyed) und KI-Governance-Tools, die DSGVO mitabdecken (TrustArc, caralegal, Proliance). Welche Variante du brauchst, hängt an einer Frage: Hast du heute schon ein DSGVO-Tool, oder fängst du bei null an? Hast du eines, ergänze ein KI-Modul. Fängst du neu an, nimm gleich eine Dual-Mandate-Plattform – das spart 18 Monate Migrationsschmerz.

Dieser Leitfaden vergleicht acht Anbieter im direkten Side-by-Side, die in DACH 2026 für 50- bis 500-Personen-Unternehmen realistisch in Frage kommen: DataGuard, OneTrust, TrustArc, Keyed, caralegal, Usercentrics, Proliance und Matproof. Du bekommst die Vergleichstabelle, das Pricing in echten Zahlen, die fünf Auswahlkriterien, die in der Praxis zählen, und sechs Fallstricke, die Käufer:innen 30.000 bis 100.000 Euro Lehrgeld kosten.

57 %der EU-Unternehmen sehen DSGVO+KI-VO als ihren größten Compliance-Stress 2026
Dez 2027neue Hochrisiko-Frist nach Anhang III seit dem Digital Omnibus (vorher Aug. 2026)
€35 Mio.maximale KI-VO-Strafe oder 7 % des globalen Jahresumsatzes (höher = höher)
18 Mon.typische Tool-Migrationszeit, wenn du falsch wählst

Was Compliance-Software für DSGVO und KI-Verordnung 2026 wirklich leistet

Eine echte Dual-Mandate-Plattform kombiniert vier Kernmodule: ein Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO, eine Risikoklassifizierung nach KI-VO Anhang III (verboten / Hochrisiko / begrenzt / minimal), automatisierte Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) inklusive KI-spezifischer Felder, und ein zentrales Audit-Log über alle datenverarbeitenden Systeme. Tools, die nur drei davon haben, sind 2026 nicht mehr wettbewerbsfähig.

Was diese Software nicht leistet: Sie ersetzt keine Datenschutzbeauftragte:n, keinen externen KI-Compliance-Partner und keine technischen Sicherheitsmaßnahmen wie EU-Hosting oder Verschlüsselung. Sie strukturiert und dokumentiert. Den Compliance-Stand selbst erzeugst du mit Menschen und Verträgen – die Software macht ihn auditierbar. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Selbst-Check vor dem Kauf: Wenn du erwartest, dass das Tool die Compliance herstellt, kaufst du das falsche Produkt.

Der entscheidende Unterschied zwischen 2025- und 2026-Generation Compliance-Software

2025 hießen die führenden Tools "DSGVO-Plattform mit KI-Modul". 2026 heißen sie "AI Governance Platform" – und das ist mehr als Marketing. Die neue Generation modelliert KI-Systeme als eigene Entitäten mit Risikoklassen, Trainingsdaten-Provenienz, Bias-Audit-Status und Modell-Lifecycle. Die alte Generation behandelt KI als "besondere Datenkategorie" und verfehlt damit die Pflichten aus KI-VO Art. 9–15. Wer 2026 noch ein 2025-Tool kauft, dokumentiert sich an der Verordnung vorbei.

8 Tools im direkten Vergleich

Drei Tools dominieren in DACH 2026 nach unterschiedlichen Logiken: DataGuard ist die sicherste Wahl für 30- bis 200-MA-Unternehmen, die DSGVO und KI-VO mit deutscher juristischer Begleitung in einer Plattform wollen. OneTrust ist die einzige realistische Wahl für 500+-MA-Konzerne, die globales Reporting brauchen und das Budget haben. caralegal ist die spitze Wahl für Unternehmen, deren Hauptdruck aus der KI-Governance kommt – nicht aus DSGVO.

Die Tabelle deckt die Kriterien ab, die in den Auswahlprozessen 2026 wirklich entschieden haben: EU-Hosting (Art. 28 DSGVO + Datensouveränität), KI-VO-Modul-Tiefe, AVV mit deutschem Recht, Sprache der Plattform, Implementierungs-Aufwand und Einstiegspreis.

AnbieterEU-HostingKI-VO-ModulAVV (DE-Recht)SpracheSetup-AufwandEinstieg pro Monat

DataGuard

DEStark – DACH-First JaDE / EN4–6 Wochenab 590 €

OneTrust

FR/DE optionalSehr stark – globaler Marktführer über ResellerEN, DE limitiert3–6 Monateab 2.500 €

TrustArc

JaSehr stark – AI-Risk-First JaEN2–4 Monateab 1.800 €

Keyed

DEMittel – baut aus JaDE2–4 Wochenab 290 €

caralegal

DESehr stark – Anwalt-geführt JaDE / EN4–8 Wochenab 690 €

Usercentrics

DESchwach – Consent-Fokus JaDE / EN1–2 Wochenab 49 €

Proliance

DEStark – KI-Compliance-Fokus JaDE2–4 Wochenab 199 €

Matproof

JaMittel – breite Compliance-Suite JaDE / EN3–6 Wochenab 450 €

Bevor du ein Tool kaufst: bewerte deine KI-Governance-Reife

Eine kostenlose 12-Minuten-Bewertung zeigt dir, welche Reifestufe du heute hast – und welche Modul-Tiefe du in der Software wirklich brauchst. Ohne Reifegrad-Bestimmung kaufst du am Bedarf vorbei.

Jetzt ausprobieren

DACH-Anbieter vs. globale Plattformen: wann welche?

DACH-Anbieter (DataGuard, Keyed, caralegal, Proliance) gewinnen, wenn dein juristisches Risiko aus deutschem oder österreichischem Recht kommt – Betriebsrat-Beteiligung, Konzernbetriebsvereinbarungen, Behördenkommunikation auf Deutsch. Globale Plattformen (OneTrust, TrustArc) gewinnen, wenn du parallel CCPA, LGPD oder UK GDPR bedienen musst, oder wenn dein Konzern-Reporting in englischer Sprache erfolgt. Für 80 % der 50- bis 500-MA-Unternehmen in DACH ist ein DACH-Anbieter die richtige Wahl – die globale Funktionsbreite wird selten ausgeschöpft, der Preisunterschied von Faktor 4–8 schon.

Die häufigste Fehlentscheidung: Ein 80-Personen-Maschinenbauer kauft OneTrust, weil "das nehmen die großen". Nach neun Monaten nutzen sie 12 % der Funktionen und zahlen 30.000 € pro Jahr. DataGuard hätte das gleiche Compliance-Niveau für 7.000 € geliefert – mit deutschsprachigem Support und einer Datenschutzbeauftragten als Begleitung. Das ist ein Muster, das wir 2025/2026 zu oft gesehen haben.

DACH-Anbieter wählen, wenn …

  • Hauptkundschaft sitzt in DACH oder EU

  • Betriebsrat will deutschsprachige Dokumentation

  • Du brauchst integrierten Datenschutzbeauftragten-Service

  • Budget liegt unter 15.000 € pro Jahr

  • Kein Bedarf an CCPA, LGPD oder UK GDPR

  • Schnelles Setup wichtiger als globale Funktionsbreite

Globale Plattform wählen, wenn …

  • Konzernzentrale in USA, UK oder APAC

  • Mehr als drei Datenschutzregimes parallel zu bedienen

  • Audit durch Big-Four-Wirtschaftsprüfung mit globalen Templates

  • Standardisiertes Group-Reporting auf Englisch nötig

  • AI-Lifecycle-Management über 50+ KI-Systeme hinweg

  • Budget über 25.000 € pro Jahr eingeplant

Auswahlkriterien: 5 Punkte, die in der Praxis entscheiden

Die meisten Auswahlprozesse scheitern, weil sie eine 60-Punkte-RFP bauen, in der jedes Kriterium gleich gewichtet ist. In der Praxis entscheiden fünf Punkte – die in dieser Reihenfolge geprüft werden müssen, weil jeder spätere Punkt obsolet ist, wenn ein früherer fehlt.

1

1. EU-Hosting verifiziert, nicht behauptet

Frage nach der konkreten Rechenzentrumsregion plus Backup-Region. "Wir sind DSGVO-konform" reicht nicht. Die Antwort muss eine konkrete Stadt oder ein konkretes AWS/Azure-Region-Identifier sein (z. B. eu-central-1 Frankfurt). Cloud Act gilt selbst bei EU-Region für US-Töchter – das musst du im AVV explizit ausschließen.

2

2. KI-VO-Modul: Risiko-Klassifizierung mit Anhang-III-Mapping

Lass dir live zeigen, wie ein KI-System in der Software klassifiziert wird. Der Anbieter sollte Anhang-III-Use-Cases aus der KI-VO als Auswahlliste haben (Kreditscoring, HR-Bewerber:innen-Auswahl, Bildungssektor etc.). Wenn du "Hochrisiko" als Freitext eingeben musst, ist das Modul 2026 nicht ausreichend.

3

3. AVV unter deutschem Recht, nicht über Reseller

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) muss direkt mit dem Software-Hersteller abgeschlossen werden, nicht mit einem deutschen Reseller, der die US-Plattform vertreibt. Die Reseller-Konstruktion ist ein bekannter Schwachpunkt – im Streitfall haftet der Reseller, der dann insolvent ist, und die US-Plattform bleibt außerhalb deutschen Rechts. Frag nach dem AVV-Mustervertrag, bevor du Demo-Zugang bekommst.

4

4. Audit-Trail über alle Module hinweg

DSGVO Art. 30 und KI-VO Art. 12 verlangen unterschiedliche Logs. Eine 2026er Plattform muss beide in einem konsolidierten Audit-Log liefern – nicht in zwei getrennten Modulen, die du manuell zusammenführst. Test: Generiere einen Auditbericht für einen konkreten Datensatz und prüfe, ob KI-Systembezüge automatisch verlinkt sind.

5

5. Exit-Strategie: Datenexport in offenem Format

Bevor du unterschreibst, lass dir einen vollständigen Export deiner zu erwartenden Daten in CSV oder JSON zeigen – inklusive Verarbeitungsverzeichnis, KI-Systemen, AVVs, DSFA-Dokumenten. Anbieter, die nur PDF-Export oder gar keinen Bulk-Export anbieten, haben dich gefangen. Lock-in von 18 Monaten Migrationszeit ist die teuerste Position in deiner Compliance-Bilanz.

Wie du in 30 Minuten herausfindest, ob ein Tool 2026-tauglich ist

Drei Fragen im Sales-Call. Wenn auch nur eine Antwort zögert oder ausweicht, sortiere den Anbieter aus: (1) "Zeige mir die KI-VO Anhang-III-Klassifizierung live im Tool, mit einem unserer Use-Cases." (2) "Wer ist Vertragspartner im AVV – ihr direkt oder ein deutscher Reseller?" (3) "Wie sieht ein vollständiger Datenexport aus, wenn wir nach 12 Monaten kündigen?" Diese drei Fragen sortieren in der Praxis 60 % der Anbieter aus, die in den RFP-Showcases gut aussahen, aber im Live-Test einbrechen. Spar dir die 60-Punkte-Matrix.

Was kostet DSGVO+KI-VO-Compliance-Software wirklich?

Realer Preisrahmen 2026: Ein 50-Personen-Unternehmen zahlt 3.500 bis 8.000 Euro pro Jahr für eine ausreichende Lösung. Ein 200-Personen-Unternehmen 8.000 bis 25.000 Euro. Ein 500-Personen-Unternehmen 20.000 bis 60.000 Euro. Plus einmaliges Onboarding zwischen 2.000 und 15.000 Euro – je nach Tool. Wer dir eine 50-MA-Compliance-Suite für 25.000 € pro Jahr verkaufen will, verkauft dir Funktionen, die du nicht brauchst.

Die zwei oft unterschätzten Kostenpositionen: Implementierungs-Beratung (typisch 8.000–25.000 € einmalig, weil deine Prozesse abgebildet werden müssen) und Datenschutzbeauftragten-Service (300–800 € pro Monat, wenn intern niemand zertifiziert ist). Beides solltest du beim Listenpreis-Vergleich gleich mit verhandeln – manche Anbieter (DataGuard, caralegal) haben das im Paket, andere (OneTrust, TrustArc) verlangen separat.

UnternehmensgrößeRealistische Software-Kosten / JahrOnboarding einmaligEmpfohlene Kategorie
20–50 MA2.500–6.000 €1.500–4.000 €Keyed, Proliance, Usercentrics + KI-Add-on
50–200 MA6.000–15.000 €4.000–10.000 €DataGuard, caralegal, Matproof
200–500 MA15.000–35.000 €8.000–20.000 €DataGuard Premium, TrustArc, caralegal Enterprise
500+ MA30.000–100.000 €+15.000–60.000 €OneTrust, TrustArc Enterprise

Brauchst du erst noch eine Reife-Bestimmung?

Unsere kostenlose KI-Readiness-Analyse zeigt dir, welche Compliance-Pflichten dich überhaupt treffen – und welche Plattform-Tiefe du brauchst. 12 Minuten, anonym, ohne Sales-Call.

Jetzt ausprobieren

6 Fallstricke, die Käufer:innen 30.000 bis 100.000 € Lehrgeld kosten

Aus 40+ DACH-Auswahlprozessen 2025/2026 kommen sechs Muster wieder, die fast immer teuer werden. Wenn dir auch nur eines davon bekannt vorkommt, halte den Vertrag an, bevor du unterschreibst.

Die teuerste Compliance-Software ist die, die du nach 12 Monaten ersetzt. Der zweitteuerste Fehler ist die, die zu groß für deine Reifestufe ist und in der das Team nichts findet.

— Aus 40+ DACH-Auswahlprozessen 2025–2026

Empfehlung nach Unternehmensgröße: was du heute kaufen solltest

Drei klare Pfade für drei Unternehmensgrößen. Diese Empfehlungen kommen aus den realen Auswahlprozessen, nicht aus Anbieterwerbung – und sie basieren auf einer Annahme: Du hast intern niemand:e mit DSGVO-/KI-VO-Vollzeit-Verantwortung. Hast du das, kann ein anderes Tool besser passen.

20–80 MA: Keyed (DE-First, ab 290 €/Mon.) plus externe DSB als Service. Setup in 2–4 Wochen. KI-VO-Modul reicht für Beauftragten-Status. Upgrade-Pfad zu DataGuard offen, wenn du wächst.

80–300 MA: DataGuard Standard (ab 590 €/Mon.) ist die Default-Wahl. Hybrid-Modell mit deutscher Datenschutzbeauftragter, deutschsprachiger Support, KI-VO-Modul auf Augenhöhe mit den globalen Plattformen. Alternative: caralegal, wenn du anwaltliche Begleitung der KI-Themen brauchst.

300+ MA mit globalem Footprint: TrustArc oder OneTrust. Beide haben den Reifegrad für CCPA, LGPD, UK GDPR und AI Lifecycle Management über 50+ KI-Systeme. Pro-Tipp: TrustArc ist beim AI-Risk-Management oft besser, OneTrust beim breiten DSGVO-Reporting. Lass beide RFPs gegeneinander laufen, das drückt die Preise um 25–40 %. Den spezifischen Vergleich der EU-KI-Chat-Plattformen, die diese Compliance-Kriterien erfüllen, findest du im ChatGPT-Alternative-DSGVO-Mittelstand-Vergleich.

Die 5 Regeln des DSGVO+KI-VO-Software-Kaufs 2026

Kaufe für deine heutige Reifestufe – nicht für die in drei Jahren. Aufrüsten ist schmerzlos, Downgrade nicht.

AVV direkt mit dem Hersteller, nie über Reseller. Cloud Act im AVV explizit ausschließen.

KI-VO-Modul live in der Demo testen – mit deinem eigenen Use-Case und Anhang-III-Klassifizierung.

Datenexport in CSV/JSON ist Pflichtkriterium, nicht nice-to-have. Sonst kostet dich der Wechsel 18 Monate.

Betriebsrat von Anfang an einbinden – §87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG zieht, das Playbook spart 6 Monate Verzögerung.

Welche Anbieter decken DSGVO und KI-Verordnung in einer Plattform ab?

Fünf der acht Plattformen modellieren KI-Systeme als eigenständige Entitäten nach KI-VO Art. 9–15, statt sie nur als Datenkategorie zu kennzeichnen: DataGuard, caralegal, OneTrust, TrustArc und Proliance. Keyed und Matproof decken die DSGVO-Grundlagen ab, ihr KI-VO-Modul wird noch ausgebaut. Usercentrics ist auf Einwilligungs-Management fokussiert und deckt beide Mandate allein nicht ab. Wenn du ein System brauchst, das einen einzigen, prüffähigen Nachweis über beide Regelwerke erzeugt, beginne deine Auswahl mit den ersten fünf und ordne sie über die Matrix unten deiner Unternehmensgröße zu.

AnbieterAm besten fürKurzurteil

DataGuard

30–200 Mitarbeitende in DACH mit juristischer BegleitungSicherste Allround-Wahl für beide Mandate; deutsche juristische Begleitung. Ab 590 €/Monat.

OneTrust

Global / multinational, ab 200 MitarbeitendeMarktführende Tiefe, aber 3–6 Monate Einführung. Ab 2.500 €/Monat.

TrustArc

KI-Risiko-First, regulierte BranchenStärkste KI-Risiko-Modellierung; nur Englisch. Ab 1.800 €/Monat.

caralegal

Von Juristen geführte Teams mit DACH-TiefeSehr stark, von Juristen entwickelt; DE/EN. Ab 690 €/Monat.

Keyed

Kleine DACH-Teams mit knappem BudgetSchnelle Einführung in 2–4 Wochen; KI-VO-Modul wird noch ausgebaut. Ab 290 €/Monat.

Proliance

KMU mit Fokus auf KI-ComplianceStarker KI-Fokus, deutsch, schnelle Einführung. Ab 199 €/Monat.

Usercentrics

Nur Einwilligungs-ManagementAuf Einwilligungen fokussiert; allein keine vollständige KI-VO-Plattform. Ab 49 €/Monat.

Matproof

Breite Compliance-SuitenMittlere KI-VO-Tiefe in einer breiten Suite. Ab 450 €/Monat.

Richte die engere Auswahl an deiner echten Reife aus – nicht am Marketing

Mach die kostenlose 12-Minuten-Bewertung deiner KI-Governance, bevor du eine Demo buchst. Sie zeigt dir die Modul-Tiefe, die du wirklich brauchst – so vergleichst du die acht Anbieter an deinen Pflichten statt an ihren Verkaufsunterlagen.

Jetzt ausprobieren

caralegal oder OneTrust oder TrustArc: Wer passt zu wem?

Die drei Namen, die Einkäufer am häufigsten vergleichen, bedienen drei unterschiedliche Firmenprofile. caralegal ist die DACH-native Option: deutschsprachig, DSGVO-Abläufe ab Werk und Preise, die ein Unternehmen mit 50 bis 500 Beschäftigten ohne Beschaffungsmarathon unterschreiben kann. OneTrust ist die globale Plattform: der breiteste Modulkatalog (Datenschutz, GRC, ESG, Consent) und die tiefsten Integrationen — aber zugeschnitten und bepreist für Konzerne mit eigenem Datenschutzteam; rechne mit mehreren Monaten Einführung. TrustArc liegt dazwischen: US-Zentrale, stark bei Assessments und Zertifizierungen, verbreitet in Unternehmen, die US- und EU-Programme in einem Werkzeug abdecken müssen.

Die ehrliche Faustregel: Unter etwa 500 Beschäftigten im DACH-Raum gehört caralegal auf die Liste (oder DataGuard, wenn du Beratung inklusive willst). Über 1.000 Beschäftigten mit globalem Fußabdruck: OneTrust und TrustArc. Dazwischen: alle drei gegen die Auswahlkriterien oben laufen lassen — und gezielt die Reife des KI-Verordnung-Moduls prüfen, denn dort sind die Lücken 2026 am größten.

KriteriumcaralegalOneTrustTrustArc
HeimatmarktDACH (Berlin)Global (US)US + EU
Ideale Größe50–500 Beschäftigteab 1.000 Beschäftigte500–5.000 Beschäftigte
Deutschsprachige Tiefenativlokalisiertteilweise
KI-Verordnung-Modulwachsend, DSGVO-verankertam breitesten, Konzernpreisassessment-getrieben
EinführungsaufwandWochenMonate1–3 Monate
Preismodellmittelstandstauglichnur auf Anfrage, Konzernnur auf Anfrage

Die KI-Systeme zu dokumentieren ist nur die halbe Arbeit — du brauchst auch die Betriebsseite: Wer hat welches Modell mit welchen Daten genutzt, durchgesetzt über Berechtigungen und festgehalten im Audit-Protokoll. Diese Ebene liefert keine GRC-Software, sondern die KI-Plattform selbst. Teamo bringt eine 7-Ring-Berechtigungsarchitektur und drei unabhängige Audit-Protokolle mit, EU-gehostet, für 9,97 € pro Nutzer ohne Mindestabnahme — das operative Gegenstück zu den Compliance-Werkzeugen oben.

Der Digital Omnibus hat die Fristen der KI-Verordnung verschoben: Was deine Compliance-Software bis wann abdecken muss

Stand August 2026: Sechs Tage vor dem Stichtag hat sich das Fristenbild geändert. Der Digital Omnibus zur KI wurde am 24. Juli 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten (die Cloud Security Alliance zitiert ihn als Verordnung (EU) 2026/1744). Er verschiebt die Hochrisiko-Pflichten für eigenständige Systeme nach Anhang III vom 2. August 2026 auf den 2. Dezember 2027, für KI in regulierten Produkten (Anhang I) auf den 2. August 2028, wie Gibson Dunn zusammenfasst.

Was sich nicht verschoben hat: Die Transparenzpflichten nach Art. 50 (Hinweis auf Chatbots, Kennzeichnung künstlich erzeugter oder manipulierter Inhalte) gelten ab 2. August 2026; nur für die maschinenlesbare Wasserzeichnung bereits vermarkteter Systeme gibt es eine Schonfrist bis 2. Dezember 2026. Die Pflichten für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (Art. 51 bis 56) gelten seit August 2025, die Verbote nach Art. 5 bleiben durchsetzbar. Die KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 wurde abgeschwächt: Du musst die Kompetenz deiner Beschäftigten fördern, nicht mehr ein Niveau garantieren. Die DSGVO-Seite hat sich keinen Millimeter bewegt: Die KI-Verordnung (EU) 2024/1689 steht weiter neben einer voll anwendbaren DSGVO, und die gemeinsame Stellungnahme 1/2026 von EDSA und EDSB warnt ausdrücklich davor, die Verschiebung als Pause bei den Datenschutzpflichten zu lesen.

Für deine Software-Entscheidung heißt das: Die Module für Inventar, Risikoklassifizierung und Nachweise brauchst du 2026, weil du bis Dezember 2027 Systeme einstufst und das Prüfprotokoll aufbaust. Die Kennzeichnung nach Art. 50 muss heute im Betrieb laufen. Wer dir für August 2026 eine "Hochrisiko-Konformität aus der Schachtel" verkauft hat, hat eine Dringlichkeit bepreist, die es nicht mehr gibt.

PflichtUrsprünglicher TerminTermin nach dem OmnibusWas die Software leisten muss
Art. 5 verbotene Praktiken2. Feb. 2025Unverändert (zwei neue Kategorien, Schutzmaßnahmen bis 2. Dez. 2026)Jedes inventarisierte System gegen die Art.-5-Liste prüfen
Art. 4 KI-Kompetenz2. Feb. 2025Zur Förderpflicht abgeschwächtSchulungsnachweis je Rolle, exportierbar
Art. 50 Transparenz und Kennzeichnung2. Aug. 20262. Aug. 2026 (Wasserzeichen-Schonfrist bis 2. Dez. 2026 für Bestandssysteme)Offenlegungsregister: welches System mit wem spricht, welche Ausgabe gekennzeichnet ist
Anhang III Hochrisiko (HR, Kredit, Bildung, kritische Infrastruktur …)2. Aug. 2026

2. Dez. 2027

Risikoklassifizierung, Grundrechte-Folgenabschätzung, technische Dokumentation, Nachweis menschlicher Aufsicht
Anhang I Hochrisiko in regulierten Produkten (MDR, Maschinen …)2. Aug. 2027

2. Aug. 2028

Verknüpfung mit der Produktsicherheitsakte, eine Nachweiskette
DSGVO (Art. 30 Verzeichnis, Art. 35 DSFA, Art. 22)25. Mai 2018UnverändertJeder KI-Eintrag mit seiner Verarbeitungstätigkeit und DSFA verknüpft

Lass die Verschiebung nicht dein Budget streichen. Die österreichische Datenschutzbehörde stellt klar, dass die DSGVO parallel zu jedem KI-System gilt, das personenbezogene Daten verarbeitet, und dass die volle Nachweislast beim Verantwortlichen liegt (Information der DSB). Der BfDI hat auf derselben Grundlage eine KI-Handreichung für die Bundesverwaltung veröffentlicht. Gemeinsame Leitlinien von EDSA und Kommission zum Zusammenspiel von DSGVO und KI-Verordnung werden bis Ende 2026 erwartet (IAPP). Eine Plattform, die keine durchgehende Nachweiskette über beide Regelwerke zeigt, musst du dann neu aufbauen.

Was kosten DSGVO- und KI-VO-Compliance-Tools in Deutschland und Österreich wirklich?

Die Preise in Deutschland und Österreich fallen in drei Spannen, und die Spanne zählt mehr als der Anbieter. Spanne 1, 49 bis 290 € pro Monat (Usercentrics, Proliance, Keyed, heyData ab 89 €): ein DSGVO-Kern mit KI-Inventar als Zusatz. Ausreichend für 20 bis 80 Beschäftigte mit einer Handvoll KI-Werkzeuge und ohne Kandidaten für Anhang III. Spanne 2, 590 bis 900 € pro Monat (DataGuard, caralegal): eine echte Plattform für beide Regelwerke, mit deutscher juristischer Begleitung gebündelt oder buchbar, AVV nach deutschem Recht, Hosting in Deutschland. Hier landen die meisten Unternehmen mit 80 bis 300 Beschäftigten. Spanne 3, ab 1.800 € pro Monat aufwärts (TrustArc, OneTrust): globale Plattformen, bepreist je Modul und je Gesellschaft; der Listenpreis ist der Beginn der Verhandlung, dazu kommen 8.000 bis 25.000 € Einführungsberatung.

Zwei Kostenzeilen, die US-Vergleichsseiten übersehen: der AVV nach deutschem Recht (manche globalen Anbieter bieten ihn nur über einen Wiederverkäufer an, das kostet Marge) und der externe Datenschutzbeauftragte mit 300 bis 800 € pro Monat, wenn intern niemand zertifiziert ist. DataGuard und caralegal bündeln Letzteres, OneTrust und TrustArc rechnen es getrennt ab. Für Österreich kommt ein Punkt dazu: Die WKO weist darauf hin, dass die Betreiberpflichten unabhängig von der Unternehmensgröße gelten. Plane also dieselben Module ein, nur mit weniger Lizenzen.

AnbieterEinstieg / MonatKI-VO-ModulPreislogikAVV nach deutschem RechtPassende Spanne

Usercentrics

ab 49 €Schwach, Einwilligungs-FokusJe Sitzungen / Domains Ja1

heyData

ab 89 €Ja, KI-Verordnung im Mehrfach-RahmenpaketJe Unternehmensgröße und Paket Ja1

Proliance

ab 199 €Stark, KI-Compliance-FokusJe Beschäftigte Ja1 bis 2

Keyed

ab 290 €Mittel, im AusbauJe Beschäftigte Ja1 bis 2

DataGuard

ab 590 €Stark, DACH zuerstJe Beschäftigte + Rechtspaket Ja2

caralegal

ab 690 €Sehr stark, von Juristen gebauter AI FlowJe Gesellschaften + Module Ja2

Kertos

Auf AnfrageJa, neben ISO 27001 / SOC 2Je Rahmenwerk Ja2

TrustArc

ab 1.800 €Sehr stark, KI-Risiko zuerstJe Modul Ja3

OneTrust

ab 2.500 €Sehr stark, globaler MarktführerJe Modul + je GesellschaftÜber Wiederverkäufer3

Wie Unternehmen Anbieter von DSGVO- und KI-VO-Compliance-Tools vergleichen: die 5-Fragen-Bewertung

Konzerne und Mittelständler mit 200 Beschäftigten stellen am Ende dieselben fünf Fragen, sobald das Ausschreibungstheater vorbei ist. Vergib in der Demo je Frage 0 bis 2 Punkte; alles unter 7 von 10 ist ein Spezialwerkzeug, keine Plattform für beide Regelwerke.

1

1. Trägt ein Datensatz beide Regelwerke?

Öffne in der Demo ein KI-System. Verarbeitungstätigkeit, DSFA, Risikoklasse nach KI-Verordnung und Grundrechte-Folgenabschätzung müssen am selben Datensatz hängen. Zwei Datenbanken mit Abgleich-Knopf sind die Architektur von 2025.

2

2. Kommen Compliance-Updates automatisch, und mit Datum?

Frag, wie die Omnibus-Verschiebung bei Kunden angekommen ist. Ein Anbieter, der den neuen Termin 2. Dezember 2027 innerhalb von Tagen mit Änderungsprotokoll in jede Einstufung geschoben hat, besteht. Einer, der einen Newsletter verschickt hat, fällt durch.

3

3. Gibt es ein zentrales Dashboard über DSGVO und KI-Verordnung?

Offene DSFA, nicht eingestufte KI-Systeme, überfällige Art.-50-Hinweise und auslaufende AVV auf einem Bildschirm, filterbar nach Gesellschaft. Liegt das KI-Risiko in einem eigenen Modul mit eigener Anmeldung, gib 0 Punkte.

4

4. Sind die Berichte prüffähig, ohne Beratung?

Exportiere das Art.-30-Verzeichnis, das KI-Inventar und die technische Dokumentation für ein System als datiertes PDF mit Prüfsumme. Frag, welche Aufsichtsbehörde dieses Format schon akzeptiert hat.

5

5. Wie sieht die Betriebsseite aus?

Dokumentationswerkzeuge beschreiben deine KI-Systeme; sie steuern nicht, was Beschäftigte tatsächlich hineinschicken. Kombiniere die Plattform mit einem KI-Arbeitsbereich, der Rollenrechte, Werkzeug-Reichweiten und Prüfprotokolle am Ort der Nutzung durchsetzt. Diese Schicht deckt Teamo ab: mehrere LLM, EU-gehostet, Rechte je Datensatz und drei unabhängige Prüfprotokolle, ohne Enterprise-Mindestabnahme.

Bewerte deine eigene Governance, bevor du Anbieter bewertest

Die kostenlose KI-Governance-Bewertung zeigt, welche der fünf Fragen deine Organisation selbst noch nicht beantworten kann. 12 Minuten, anonym, EU-gehostet, und du erfährst, welche Preisspanne du wirklich brauchst.

Jetzt ausprobieren