Chefkoch oder Tellerwäscher — wer bist Du in deinem Team?

Wir alle kennen ihn: Den einen, der die attraktiven Aufgaben an sich reißt, bei jeder Besprechung das letzte Wort hat oder seine Ideen überall anpreist. Er drängt sich gerne in den Vordergrund und wenn es um leitende Funktionen im Team geht, übernimmt er gerne das Ruder. Er nervt? Ich sage: Er ist wichtig fürs gesamte Team!

Gut, beginnen wir von vorne. Jeder von uns hat mehr oder weniger Erfahrungen in Teams gemacht. Ob am Arbeitsplatz, beim Sport oder beim Kochkurs — wir kennen die „in-die-erste-Reihe-Drängler“ genauso gut, wie die zurückhaltenden Ja-Sager. Während man von den ersten oft genervt ist, sind die zweiten häufig weniger proaktiv. Profitieren kann man allerdings von beiden!

Wer mischt den Laden auf?

Wichtig ist eine sogenannte Ist-Analyse. Also wer spielt in unserem Team mit? Was hat er oder sie drauf? Dabei kommen die „Aufdringlichen“ leichter ins Spiel. Ganz nach dem Prinzip: „Wer am lautesten schreit, wird gehört“ — fällt der lautstarke Mitdenker nun mal´ schneller auf. Oft wird dann überhaupt nicht erkannt, dass die „Nachdenklichen“ in der zweiten Reihe auch gerne den Kochlöffel schwingen würden — wenn man sie doch nur lassen würde.

Kenne deine Nächsten

Und bringt häufig auch Konfliktpotenzial mit sich. Wer von unserer Mannschaft muss ständig nachgeben und wer setzt sich mit seinen Ideen meistens durch? Sehr zum Leidtragen aller — denn, wenn immer nur dieselben zum Zug kommen, sind es oftmals ähnliche Lösungsansätze und Ideen. Das Team kann sich so am wenigsten weiterentwickeln. Warum? Na, ist doch klar! Weil jedes Teammitglied individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringt.

Lass´ jeden seine Rolle spielen

Nur weil jemand ständig redet, hat diese Person nicht unbedingt die besten Ideen. Diejenigen, die hinten sitzen und ihre Rolle als Beobachter wahrnehmen, haben häufig eine ganz andere Perspektive auf die Sache. Sie können sich vielleicht weniger durch Innovationskraft, dafür mehr durch ein hohes Empathievermögen oder ein großes Netzwerk an Partnern und Kunden auszeichnen. Fähigkeiten, die zum richtigen Zeitpunkt maßgeblich sein können. Wichtig ist nur, dass früher oder später auch alle zum Einsatz kommen dürfen. Vergleichen könnte man das mit einer guten Küche: Der Chefkoch alleine kann ein Galadiner nie alleine für 20 Personen zubereiten. Ohne Teamarbeit und der Integration aller einzelnen Fähigkeiten schmeckt das Gericht schal und reicht für vier Personen.

Big Player — Führungskraft

Nicht nur das Team muss in der Lage sein, die einzelnen Player wahrzunehmen, sondern auch die Führungskraft. Sie ist dafür verantwortlich, jedem im Team Wirkungsraum zu geben. Wenn immer dieselben „an den Herd“ dürfen, wird den „Übriggebliebenen“ im Team schnell langweilig. Das Schlimme dabei: Wenn Mitarbeiter nicht mehr richtig eingesetzt werden, verlieren sie nicht nur Freude am Job, sondern werden in ihren Kompetenzen nicht mehr gefördert. Das kann den Untergang für das Team und den Ruf des Unternehmens bedeuten. Es sind also Methoden gefragt, die dem Team die Vielfalt an Kompetenzen innerhalb ihres Teams aufzeigen. Nur weil jeder das Ziel erreicht, gibt es nicht nur DEN EINEN Weg. Jede Fähigkeit beinhaltet eine andere Herangehensweise, aber auch eine wichtige Stärke.

Meine Botschaft lautet also: Nehmt alle Rollen im Team wahr — unabhängig davon, ob als Führungskraft oder als Kollege. Als Führungskraft wird von euch erwartet, dass alle Mitarbeiter situationsflexibel gefordert und gefördert werden. Als Kollege ist es ein Zeichen der Wertschätzung hin und wieder auch andere die Hauptrolle zu überlassen. Wer die individuellen Fähigkeiten im Team transparent macht, fördert nicht nur den Erfolg, sondern auch das Gefüge und Wohlbefinden im Team. Denn niemand von uns kocht nur mit einer Zutat …

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