Konflikte? Die gibt es bei uns nicht! Warum gerade das Ablehnen eines Krisenmanagements zur Katastrophe wird.

Wenn man Chefs nach Konfliktmanagementprozessen in ihren Unternehmen fragt, bekommt man mit einem Schmunzeln im Gesicht häufig die Antwort zugeworfen: „Bei uns gibt es so gut wie keine Konflikte!“. Doch alleine die Wortwahl lässt Anderes ahnen.

Warum das Ablehnen von Krisenmanagements zur Katastrophe führt

Die Führungsebene in Unternehmen ist stets damit beschäftigt ihre Mitarbeiter zu fördern, Ziele zu formulieren und alle Zahlen im Kopf zu behalten. Sofern die Zahlen im schwarzen Bereich liegen und das Image des Unternehmens ansehnlich ist, passt ohnehin alles. Kleine „Plänkeleien“ oder Unstimmigkeiten im Team werden kaum beachtet. Solange die Kaffeemaschine in der Früh läuft, der Umsatz stimmt und die Meetings in mehr oder weniger konstruktiven Diskussionen ablaufen, rennt der Laden! – Könnte man zumindest glauben, wenn man NUR die großen Fische im Teich sieht. Aber gerade die kleineren Fische brauchen unsere Aufmerksamkeit – die zwischenmenschlichen Beziehungen, die das Unternehmen mit Leben füllen und auch mal zu Konflikten führen können.

Klein aber mit Potenzial

Unternehmen sind oft dazu geneigt im Großen und Ganzen zu denken. Dabei verlieren sie oft den Blick für die kleinen alltäglichen Dinge, die so passieren. Dabei sind gerade vereinzelt unmotivierte Mitarbeiter, die zeitraubende und völlig sinnlos zu scheinende Besprechung oder der Kollege, der wieder einmal alle Arbeit an sich reißt, unglaubliche Konfliktpotenziale. „Kleinigkeiten“ werden häufig erst dann erkannt, wenn es bereits zu spät ist. Der Konflikt hat sich entwickelt, die Mitarbeiter sind aufgebracht und die Stimmung ist explosiv. Wenn man jetzt kein ausgeklügeltes Krisenmanagement im Unternehmen etabliert hat, kann die Krise zur Katastrophe werden.

Krisen managen muss gelernt sein

Klar, bloße Unstimmigkeiten müssen sich nicht immer zum unlösbaren Konflikt entwickeln – aber es ist deshalb umso wichtiger, auch die „kleinen Problemchen“ der Mitarbeiter wahrzunehmen. Denn oftmals kann dem Konflikt bereits ganz früh entgegengesteuert werden, ohne das bereits ein externer Berater hinzugezogen werden muss. Einige teure Konflikte entstehen in Unternehmen nur, weil die „Kleinigkeiten“ unter den Tisch gekehrt werden. Sie entwickeln sich dann schleichend zu Krisensituationen, die lange einfach niemand ernst genommen hat. Und dann hat das Unternehmen (in diesem Fall negativ gemeint) die richtig großen Fische an Land gezogen: unzureichende Leistungen, ständige Konflikte im Team, belastende Situationen oder ein Burn-Out-Verdacht. Alles Folgen unberücksichtigter Schwierigkeiten. In solch einem Fall hilft dann nur eines: eine Krisenberatung zukaufen, die das Unternehmen managed … fast schon paradox.

Ran an die Krise!

Wenn wir also von einer Krise sprechen, ist diese in vielen Fällen bereits so expandiert, dass ohnehin nur ein strukturierter Prozess unterstützend wirken kann. Sobald das Problem erkannt wurde, heißt es rasch handeln und das Richtige tun. Ein gut entwickeltes Krisenmanagement hilft, einerseits den Konflikt richtig einzuordnen und andererseits unterstützende Maßnahmen für den „Schweregrad“ parat zu haben. Die entscheidende Rolle spielt dabei die Führungsebene: wenn Prozesse transparent gestaltet sind und eine proaktive Einstellung zur Konfliktlösung besteht, sind wichtige Voraussetzungen für ein funktionierendes Krisenmanagement gelegt (Anm.: Häufig gibt es in Unternehmen zwar einen Krisenplan, dieser wird dann entweder totgeschwiegen oder nicht offen kommuniziert). In schwierigen Fällen muss zwar ein Experte außerhalb des Hauses zugezogen werden, dann ist er jedoch bereits Teil des Maßnahmenplans, in dem einige Zwischenschritte vorab versucht wurden. Am besten wird der Konfliktmanagementprozess gemeinsam mit allen Mitarbeitern erarbeitet. Hiermit erhalten auch alle gleichzeitig einen Mitgestaltungsspielraum. Wer will nicht an einem Krisenmanagement mitschrauben, das ihn selbst mal betreffen könnte?!

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