Was versteht man unter Kaizen?

Kaizen ist eine japanische Lebensphilosophie und ein methodisches Management-Modell, das nach kontinuierlicher Verbesserung strebt. Kaizen setzt sich aus Kai (= Veränderung/Wandel) und Zen (= zum Besseren) zusammen.

Wie die Übersetzung verdeutlicht, geht es bei Kaizen um die kontinuierliche Verbesserung. Dabei ist eine stetige und unendliche Verbesserung gemeint. Wer nach Kaizen lebt, sieht das Modell nicht nur als Methode, sondern vielmehr als eine Einstellung, bei es immer etwas zu verbessern, zu vereinfachen oder zu optimieren gibt, da das Optimum nie erreicht werden kann.

Kaizen im Detail

Die moderne Bedeutung des Begriffs stammt aus den Toyota-Fabriken, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Musterbeispiel für kontinuierliche Verbesserung waren. Sie haben es geschafft, effektive Managementsysteme zu entwickeln, um sich stetig weiterzuentwickeln. Jeder Mitarbeiter sollte danach streben, jeden Tag eine Kleinigkeit zu verbessern, denn genau diese kleinen, schrittweisen Änderungen führen am Ende zur Verbesserung.

Ursprung von Kaizen

Japan führte Kaizen erstmals 1955 mit Hilfe der USA ein. Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Produktionskapazität aufgrund zahlreicher Bombenanschläge massiv eingeschränkt war und fast alle Güter knapp waren, stellte die Befriedigung der Marktnachfrage große Schwierigkeiten dar. Infolgedessen stiegen die Preise am Schwarzmarkt und nachdem die Geldmenge im Land erhöht wurde, folgte eine weitere Inflation. Daher war die Produktionssteigerung das oberste Ziel, um die Bevölkerung mit den wichtigsten Gütern versorgen zu können.

Nach der Veröffentlichung des berühmten Buches „Kaizen-The Key to Japanese Competitive Succes“ von Masaaki Imai, das in 14 Sprachen übersetzt wurde, gewann die Kaizen-Philosophie maßgeblich an Bedeutung.

Zentrale Säulen von Kaizen

Kaizen beschreibt ein Mindset, das ständige Optimierung und Verbesserung anstrebt. Allerdings gibt es bei diesem Veränderungsprozess weder Anfang noch Ende. Verbesserung wird hier zur Daueraufgabe, die im Idealfall in das alltägliche Leben integriert werden sollte. Kaizen ist nämlich nicht nur im Managementkonext zu verstehen, sondern sollte auch Teil der persönlichen Einstellung sein. In gewisser Weise spiegelt sich hier auch die Grundhaltung der japanischen Kultur wider – sehr diszipliniert und hart arbeitend.

Bei der Umsetzung der Kaizen-Philosophie im wirtschaftlichen Kontext gilt es sich an vier zentrale Säulen zu halten.

  1. Qualitätsorientierung: Hohe Qualität ist das A und O.
  2. Kundenorientierung: Das beste Ergebnis für jeden wird angestrebt.
  3. Prozessorientierung: Prozesse werden stetig weiterverbessert.
  4. Kritikorientierung: Kritik wird als Chance gesehen.

PDCA

Das Kernelement der Kaizen-Philosophie stellt das immerwährende Streben nach Verbesserung dar. Zur Verbildlichung dieses Verbesserungsprozesses dient der PDCA-Zyklus:

Plan: Ausgehend vom Status quo wird ein Plan für die Erreichung der Verbesserung ausgemacht, der sich an messbaren Zielen orientiert.

Do: Dieser Plan soll so schnell und unkompliziert wie möglich umgesetzt werden.

Check: In dieser Phase werden die Ergebnisse überprüft und gemessen.

Act: Veränderungen werden im großen Rahmen umgesetzt und zum neuen Standard gemacht.

Aus dieser Denkweise und Lebensphilosophie hat sich der wes tliche Begriff KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) entwickelt und wird heute als Managementtool, vor allen im Bereich Change Management und Lean Management, verwendet.